
//Vorstell Bar – Eine exzessive Party, Feier oder Fete – das bedeutet der Ausdruck „Jamboree“ in England. Hauptsache großzügig und ausgelassen.
Ausgelassen feiern kann man seit Juni in der gleichnamigen Bar des Fünf- Sterne-Hotels Grand Hyatt am Marlene- Dietrich-Platz. Exzentrisch, schick und mit Referenzen an die 80er-Jahre wurde die Bar, in der sich zuvor das Restaurant mesa befand, ganz bunt eingerichtet. Zum Interview mit Barmanager Burak Köseoglu saßen wir in einer lindgrünen Sofaecke. Farblich passend wurde dazu eine Apfelschorle mit frisch gepresstem Apfelsaft serviert.
Die beliebtesten Cocktails?
Longdrinks gehen im Jamboree am besten. Am häufigsten bestellen die Gäste einen klassischen Gin Tonic. Auch wenn zunächst oft ein Cocktail ausprobiert wird, kommt danach als zweites Getränk meist ein Longdrink dran, so Burak Köseoglu. Old Fashioned Drinks und Highballs gehen gut, und bei den Gins verfügt seine Bar über eine stattliche Sortenauswahl.
Das günstigste und das teuerste Getränk?
Der „Dragon Ball“ ist ein vom japanischen Reiswein Sake inspirierter Drink mit chinesischen Gojibeeren, zu dem – Stichwort „Food-Pairing“ – passenderweise Sushi aus dem benachbarten Restaurant VOX gereicht wird. Er kostet 32 Euro. Wasser und Kaffee beginnen bei 3 Euro, Longdrinks wie Wodka Lemon gibt‘s ab 8 Euro. „5-Sterne-Getränke zu günstigen Preisen“, bringt es der Chef auf den Punkt.
Besonderheiten bei den Cocktails?
Da gibt es viele: „Dirty Harry“ zum Beispiel
ist rauchig, stark und hat eine
fruchtige Note, während der patschulihaltige
„Blueberry Hill“-Cocktail mit
Rum, Champagner und Blaubeersorbet
Burak Köseoglu an seine Kindheit in den
80ern erinnert, als er besonders gern
Blaubeersofteis schleckte. Von „King Royal“,
einer Neu-Interpretation des berühmten „Kir Royal“, bis „Sex on the
Beach“ und „Jambo Colada“: „Wir legen
im Jamboree die Cocktails aus den
80ern neu auf!“
Fass- oder Flaschenbier?
Gereicht werden Klassiker wie Radeberger Pils und Schneider Weiße vom Fass, und aus der Flasche gibt es Clausthaler. Und, wir sind ja in Berlin: Aus einem Kupfertank, der von der Straße aus betankt wird, zapfen die Barkeeper für durstige Kehlen lokales Craft Beer.
Was gibt es zu essen?
Auf der Speisekarte finden sich ungewöhnliche Kleinigkeiten wie Eisbein- Pralinen für 5 Euro, und es gibt Hackepeter und Königsberger Klopse im Kleinformat. Ganz besonders empfiehlt Burak Köseoglu seinen Gästen den „Jamburger“ im hausgemachten Brioche mit einer Rote-Bete-Senfsoße. Süßschnäbel können sich an New York Cheesecake mit Blaubeeren, Earl-Grey- Schokolade mit marinierten Aprikosen und Knuspernougat oder einer Waldbeer-Bowle laben. Wer‘s japanisch mag, kann sich Sushi aus dem nebenan gelegenen VOX herüberkommen lassen.
Die Einrichtung?
Typisch 80er-Jahre, typisch Berlin:
Raue Betonwände, kribbelbunt und
samtig gepolstertes Mobiliar, zudem
aufgearbeitete Einzelstücke vom Flohmarkt
und zeitgenössische Kunst sorgen
für „Industrial Chic“. Jamboree soll
laut Burak Köseoglu eine „Speak easy
Bar“ sein, in der man sich mit Freunden
auf einen Drink trifft und dann durchaus
auch zu anderen Partys weiterzieht.
60 Sitzplätze gibt es, die bei gutem Wetter
wunderbar durch rund 80 Plätze auf
der Terrasse mit Blick auf den Marlene-
Dietrich-Platz ergänzt werden. Eine
spezielle Außen-Bar ist in Planung.
Musik?
Herbie Hancock, Michael Jackson, aha, Break Dance, Musik à la Beverly Hills Cop und so weiter. Von Donnerstag bis Samstag legen mehrere DJs im Wechsel auf. Natürlich Musik aus den 80ern. Und auch draußen stehen Lautsprecherboxen.
Kundschaft?
Neben Hotelgästen vorwiegend Leute, die die 80er bewusst erlebt haben und hier in Erinnerungen schwelgen. Ob ITB, Fruit-Logistik-Messe oder Fashion Week – hier im Quartier um den Potsdamer Platz herum merkt man, was in Berlin gerade los ist. Besonders gespannt sind Burak Köseoglu und sein sechsköpfiges Team auf den Besucheransturm zur Berlinale.
Betreiber?
Der Deutschtürke Burak Köseoglu ist gebürtiger Berliner. Er war zehn Jahre an der Bar im Ritz Carlton und kennt sich – neben seiner Expertise für Cocktails – auch sehr gut mit Zigarren aus. Der Geist der 80er-Jahre ist dem Jamboree-Manager selbst noch sehr gut in Erinnerung.
Zukunft?
Immer wieder werden neue Ideen bei Cocktails, Speisekarte, Einrichtung und Musik verwirklicht. „Und wer weiß, eventuell wird das Konzept irgendwann auch einmal in mediterran oder sonstiges geändert“, verrät Burak Köseoglu augenzwinkernd.
Geöffnet?
Jeden Tag von 12 bis 2 Uhr. Wenn die Party tobt, geht es bis 4 Uhr und gern auch mal länger.