Panzerknacker

In der Physik ist der Faktor aus der Masse eines Körpers und seiner Beschleunigung die Kraft, mit der er auf andere Körper einwirkt. Das wissen wahrscheinlich alle, die diese Zeilen gerade lesen. Kraft wird in der Regel als etwas Positives gesehen, mit der man vieles, wenn nicht alles geregelt bekommt. Und mit mehr Kraft bekommt man sicher auch mehr geregelt …

Soweit die Theorie! Auf die automobile Praxis heruntergebrochen, beginnt genau hier die Diskussion. Wie viel Kraft darf ein Auto haben? Wie groß und wie schwer sollte es idealerweise sein und mit welcher Beschleunigung darf es sich in Bewegung setzen? In der bisherigen Geschichte des Automobils stellte sich diese Frage nicht, es ging immer nur nach vorn: mehr Leistung, mehr (Getriebe-) Gänge, mehr Drehmoment, mehr Kofferraum, mehr Radstand, etc., etc., etc.

Das war und ist auch kein Wunder, der Mensch ist nun mal so gestrickt. Wenn er etwas Größeres, Schnelleres oder einfach Besseres bekommen kann als bisher, greift er zu. Grenzen setzt hier nur das zur Verfügung stehende Budget oder der Gesetzgeber. Letzterer hat sich allerdings beim Auto bisher sehr zurückgehalten, handelt es sich doch bei des Deutschen liebstem Kind um einen Geldbringer reinsten Wassers. Was sich für den Staat auszahlt, muss natürlich vom Autofahrer finanziert werden. Und damit das klappt, hat sich eine ganze Branche als „Ermöglicher“ positioniert. Null-Zins-Kredit, Mobility-Flatrate und All-Inclusive-Leasing: Selbst die ganz dicke Kiste (viel Auto fürs Geld!) ist so in Reichweite von Otto Normalautofahrer. Das ist verlockend, deshalb wird auch ordentlich zugelangt. Die SUV-Welle rollt, aktuell gehören 11 von 100 zugelassenen Autos zu dieser massigen und hochbeinigen Autoart. Natürlich will so eine Kutsche standesgemäß bewegt werden, weshalb SUVs in der Regel ordentlich Kraft unter der Haube haben. Das kann für eine deutliche Beschleunigung sorgen, was manche Zeitgenossen verunsichert. Sie fühlen sich gefährdet und wurden jüngst in ihrer Furcht bestätigt, als ein Porsche Macan einen Unfall mit Toten und Verletzten verursachte. Seither wird der Ruf nach einem SUV-Verbot laut, die dicken und schweren Kisten sollen von der Straße. So viel Blech und so viel Kraft braucht kein Mensch, heißt es. Weniger ist mehr, der Gesetzgeber möge einschreiten. Leider kennt das Kraftfahrbundesamt die Zulassungskategorie „SUV“ nicht, hier müssten also tatsächlich Größe, Gewicht und Leistung reguliert werden, um „solche Geschosse“ in den Griff zu kriegen. Für Elektroautos mit entsprechenden Werten könnte es also künftig eng werden …

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