Auto-Emotion!

Foto: privat

Wo ist er geblieben, der Spaß im und mit dem Auto? Warum sind die Track-Days mit den Freunden ersatzlos entfallen, an denen Fahrwerke getauscht und Reifen verheizt wurden?

Alles emotional nivelliert, auf dem Altar des Shareholder-Value, der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes geopfert. Wer heute noch Auto fährt, muss manchmal schon mit dem Finger auf sich zeigen lassen. Dabei waren wir schon so weit! Qualitativ waren die Autos um die Jahrtausendwende im Zenit, wirklich schöne Autos mit Fahrwerken, denen die „Driveability“ nicht erst elektronisch beigebracht werden musste, gab es sogar noch bis vor zehn Jahren.

Das Gute daran ist die Tatsache, dass diese Autos noch zahlreich existieren, in der Regel sehr gut fahren und vor allem legal am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Sie sind von den Leistungsdaten durchaus auf der Höhe der Zeit, manchem jüngeren Vehikel sogar überlegen, haben kaum noch Wertverlust und müssen noch selbst gefahren werden. Bei Benzinmotoren entfällt das Problem mit der „falschen“ Schadstoffklasse, die Spaßautos aus den Nuller-Jahren waren nämlich schon ganz schön sauber! Die Gefahr, dass aus dem „Fahrzeug“ per Fahrverbot ein „Stehzeug“ wird, dürfte also vorläufig gebannt sein.

Also, Männer! Haltet sie hoch, die Tradition. Ein Auto ist ein Auto ist ein Auto. Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Außer? Ihr wisst schon! Und erzählt davon. Von den Autos, die die Gene ihrer Ahnen tragen. Mit 6 Zylindern in Reihe. Mit angetriebenen Hinterachsen. Was ist schlecht am Spaß mit dem Auto? Viel schlimmer als die Randale nach einem Fußballspiel wird auch ein Track- Day nicht werden können, oder? Es darf also ruhig alles so bleiben, wie es war. Das Auto aus den Träumen von gestern steht heute in der Garage, als Familienmitglied akzeptiert. Die Routen für die Ausfahrt an Tagen, an denen zwei Sonnen am Himmel hängen, sind immer noch genauso schön kurvenreich wie vor 20 Jahren und der langweilige Zweit- Zerknall-Treibling, mit dem die Fahrt durch die Umwelt- oder Fahrverbotszone ins Büro absolviert wird, wird vom Chef bezahlt. Die Frage, ob PU-Buchsen fürs Fahrwerk besser fürs Handling des Garagenbewohners sind als die Felgen mit der geringeren Einpresstiefe, führt Euch schon wieder auf die richtige Piste. Ganz unemotional …

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