Reisen in den Kultur-Herbst

Die Kulturkirche Neuruppin - Foto: Marten Koerner


Jetzt ist die Jahreszeit angebrochen, wo man einen Kurzurlaub vom urbanen Alltag plant und Kultur und Kunst in der Region entdeckt und genossen werden sollen. Wir haben ein paar Tipps für Sie zusammengestellt.

Fontane-Texte in Pop-Songs

Beim Endspurt im Veranstaltungskalender zum großen Jubiläum in der Fontane-Stadt hat sich die gebürtige Neuruppinerin Wencke Wollny etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Gemeinsam mit ihrer Musikband „Karl die Große“ erhielten für Freitag, den 15. November, einige der besten Singer-Songwriter/innen des Landes eine Einladung, um von Fontane inspirierte aktuelle Pop-Songs vorzutragen. Unter dem lässigen Titel „Ach, Theodor“ wollen die Künstler einige zeitlose Themen aus Fontanes Werk präsentieren, die es lohnt heute zu besingen und natürlich zu hören. Ihre Mitwirkung zugesagt haben bis jetzt „Max Prosa“, „Die Höchste Eisenbahn“ und „Theodor Shitstorm“. Die bekannte Radiomoderatorin und Autorin Marion Brasch trägt die zu Liedern gewordenen Fontane-Texte vor und führt durch den Abend. Veranstaltungstag und -ort ist Freitag, der 15. November, in der Kulturkirche Neuruppin. Für den ungewöhnlichen Fontane- Konzertbesuch in Neuruppin passt das neu eingerichtete kleine Quartier „Fiddlers Inn“ mit fünf Doppelzimmern, gestaltet in schottischer Atmosphäre mit Zimmernamen wie Stirling und Inverness.

www.kulturkirche-neuruppin.de www.fiddlers-inn-neuruppin.de

Armin Müller- Stahl in dem Kunstkaten

Der Garten der Künstler in Thomsdorf – Fotos: Ronald Keusch

Wer sich eine besondere Auszeit gönnen will, sollte unbedingt die Feldberger Seenplatte, das Refugium für Naturfreunde, besuchen. (Gerade im Herbst bieten die alten Buchenwälder einen perfekten „Indian Summer“.) Zu der Vielzahl von kulturellen Highlights der Region gehört seit mehr als 20 Jahren der Thomsdorfer Kunstkaten. In einem wunderschönen üppigen Garten steht ein altes Bauernhaus, in dem die Galeristin und Eigentümerin Dagmar Ilchmann Werke von Künstlern ausstellt. Ein besonderer Anziehungspunkt sind neue Arbeiten, Grafiken wie auch Bilder, von dem Schauspieler Armin-Müller-Stahl, der im nahen Prenzlau zur Schule gegangen ist. Als er vor 19 Jahren im Alter von 70 erstmalig sein zeichnerisches Talent in Ausstellungen öffentlich machte, gehörte auch Thomsdorf dazu. Ein Markenzeichen des Kunstkaten ist eine Werkstatt, in der sich der Besucher mitgebrachte oder gekaufte Bilder, Reproduktion und Kunstdrucke individuell rahmen lassen kann. Für einen Kurzurlaub steht auch ein Ferienhaus zur Verfügung. Saisonschluss: 17. Oktober; Öffnungszeiten: Do-So.

www.thomsdorfer-kunstkaten.de

Erstklassige Kulturadresse Neuhardenberg

Das Schlossanlage Neuhardenberg – Foto: Toma Babovic

Das durch und durch preußische Neuhardenberg 60 Kilometer östlich von Berlin am Rande des Oderbruchs lohnt mit seinem klassizistischen Ensemble von Schloss und Dorfkirche schon immer einen ausführlichen Besuch. In beiden herrlichen Bauten ist die Handschrift des großen Baumeisters Carl Friedrich Schinkel erkennbar. Lenné und Fürst von Pückler-Muskau gestalteten den Landschaftspark. Doch das Schloss Neuhardenberg ist dank seiner gleichnamigen Stiftung und ausgestattet mit dem finanziellen Rückenwind des Sparkassen- und Giroverbandes seit zwei Jahrzehnten eine Kulturadresse ersten Ranges. Basierend auf einer langen erfolgreichen Tradition wird hier fern der Kulturmetropole Berlin auch im laufenden Jahr ein ambitioniertes Programm interessanter Veranstaltungen angeboten. Dazu zählen eine Lyrik- und Prosa-Lesung von Werken Günter Kunerts durch den Schauspieler Ulrich Noethen (So., 29.9., 17 Uhr) oder der Auftritt von Mitgliedern des Royal Concertgebouw Orchestra aus Amsterdam (Fr., 25.10., 20 Uhr). Ein standesgemäßes Quartier ist im Hotel Schloss Neuhardenberg mit 54 komfortablen Zimmern unterschiedlicher Kategorien zu finden.

www.schlossneuhardenberg.de; www.schlossneuhardenberg.de/hotel

Kunstbesuch in der Hanse-Stadt Stade

Das Kunsthaus in Stade – Foto: Axel Hartmann

Das Alte Land an der Elbe mit der Hansestadt Stade am südwestlichen Ufer der Unterelbe, etwa 45 Kilometer westlich von Hamburg, steckt voller Kultur und maritimer Tradition. Vor allem das international anerkannte Kunsthaus Stade, eingerichtet in einem prachtvollen Kaufmannshaus aus dem Jahr 1667, direkt am Alten Hafen der Hansestadt Stade gelegen, bietet einiges für Kunst-Liebhaber. Ab 3. Oktober ist eine Ausstellung dem Holz- und Linolschnitt gewidmet, der im Besonderen von Künstlern des Expressionismus geschätzt wurde. Es werden Werke von August Macke, Franz Marc und Ernst Ludwig Kirchner zu sehen sein. Am Stader Hanse-Hafen steht auch das mächtige Backsteingebäude des Schwedenspeichers. In dem ehemaligen Proviantspeicher befindet sich heute ein großes kulturgeschichtliches Museum. Hier werden noch bis zum 20. Oktober mit Hilfe der Experimentalarchäologie Jäger, Fischer und Fallensteller in der Steinzeit präsentiert.

www.museen-stade.de

Konzertwanderung im Schloss Wolfshagen

Mit Veranstaltungsreihen rund um die Kultur ist das Land Brandenburg durchaus verwöhnt, denkt man beispielsweise nur an die 29. Brandenburger Sommerkonzerte. Neu in dieser Saison starteten die Festspiele Mark Brandenburg als ein ganzjähriges Kulturfestival. Das Programm verspricht eine kollektive Entdeckungsreise und will genre- und spartenübergreifend durch Kultur, Land und Leute der Mark führen unter dem Slogan: So klingt Brandenburg. Ein Programmpunkt im November trägt den Titel Fontane.reloaded. Bariton Burkhard von Puttkamer und Pianistin Alina Pronina laden zu einer interaktiven Konzertwanderung mittels digitaler Landkarte durch die Mark Brandenburg ein. Termin: Samstag, den 16. November, um 15 Uhr im Schloss Wolfshagen in der Uckermark und am Sonntag, den 17. November, ebenfalls 16 Uhr in den Kavaliershäusern in Königs Wusterhausen südlich von Berlin. Als ideales Quartier in Wolfshagen bietet sich die günstige Lage des gleichnamigen Hotels an, das 2002 im Gebäudeensemble vom Gut des Schlosses eingerichtet wurde und über 13 moderne und großzügige ruhige Zimmer im Landhausstil mit Naturholzböden verfügt.

www.schlossmuseum-wolfshagen.com

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