Nah und wunderbar

Die grüne Perle an der Ostsee aus der Vogelperspektive - Foto: Falcon Crest Air

Wo das Glück unserer Träume greifbar ist, das kann ein Platz am anderen Ende der Welt sein oder direkt um die Ecke. Jeder hat seine Sehnsuchtsziele, die er gerne einmal besuchen oder wiedersehen möchte. Jetzt in der Ferienzeit ist es für viele ein weit entfernter Urlaubsort. Manche möchten oder können aber nicht weit fahren oder sind noch unentschlossen. Wir können da vielleicht eine Entscheidungshilfe leisten: Frei nach dem Motto: „Warum in die Ferne schweifen …“ stellen wir Ihnen ein paar nahe Sehnsuchtsorte vor, die Sie begeistern werden.

Das Ostseebad Boltenhagen, zwischen den Hansestädten Lübeck
und Wismar gelegen, ist einfach zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Die grüne Perle an der Ostsee hat alle Zutaten für einen schönen Aufenthalt. Man kann ausgedehnte Spaziergänge auf dem feinsandigen fünf Kilometer langen Strand unternehmen, an der imposanten Steilküste oder durch den Küstenwald. Wer noch ein bisschen weiter die nähere Umgebung erkunden möchte, dem sei eine Radtour in den Naturschutzgebieten Tarnewitzer Huk und Klützer Winkel ans Herz gelegt. Hier fährt man über Felder entlang der Redewischer Steilküste, zu alten Kirchen und herrschaftlichen Gutshäusern. Weitere sportliche Aktivitäten wie Nordic Cross Skaten, ein Besuch im Kletterpark oder SwinGolf lassen keine Langeweile aufkommen. Meine Lieblingsaktivität in Boltenhagen ist es, durch den Ortskern zu bummeln, zuerst auf die 290 Meter in die Ostsee ragende Seebrücke, und danach durch den Kurpark. Dann hat man die Qual der Wahl, wo man denn einen Milchkaffee zu sich nimmt, denn an den beiden Promenaden reihen sich klassische Bäderarchitekturvillen mit süßen Cafés und Restaurants aneinander. Zum Abschluss kommt dann noch ein ausgedehnter Shopping-Rundgang durch all die interessanten Boutiquen. Hafenflair und einen tollen Blick kann man auf dem Resortgelände Weiße Wiek mit den zwei Hotels und dem Yachthafen genießen. Gleich nebenan ist der Fischereihafen mit seinen entzückenden, roten Holzhütten. Hier gibt es köstlichen fangfrischen Fisch. Ein Letztes muss ich noch erwähnen: In Boltenhagen ist das ganze Jahr über etwas los – vom Neujahrsbaden über das Seebrückenfest bis hin zur Langen Nacht der Kunst und noch vielem mehr.

www.boltenhagen.de

Ein Schmuckstück in Rotocker

Auf halbem Wege zwischen den Metropolregionen Berlin und Hamburg liegt die Prignitz, eine der ältesten Kulturlandschaften der Mark. Die dörfliche Idylle und die Ruhe der Region wecken die Freude an der Einfachheit des Landlebens. Die Prignitz – das sind Wiesen, Wälder und Felder sowie kleine romantische Fluss- und Bachläufe. Die Natur konnte hier über weite Flächen ihre Ursprünglichkeit erhalten, was sich vor allem im UNESCOBiosphärenreservat Flusslandschaft Elbe- Brandenburg zeigt, in der zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensmittelpunkt fanden, die andernorts gar nicht mehr anzutreffen sind. Jetzt im Herbst rasten Tausende Kraniche in den Feuchtwiesen des Rambower Moores. Nordöstlich der brandenburgischen Elbaue liegt Schloss Wolfshagen. Weithin leuchtet der sorgsam sanierte spätbarocke Bau in einem kräftigwarmen Rotocker. Wolfshagen lässt die Atmosphäre eines märkischen Gutshauses mit vielen authentischen Ausstattungsstücken aus verschiedenen Epochen samt anheimelnder Gutsküche erleben. Es ist ein lebendiges Museum, denn der einstige Gartensaal ist ein viel genutzter Ort für Hochzeiten, Konzerte, Empfänge und Lesungen. Außerdem ist im Museum die größte Sammlung von mitteleuropäischem unterglasurblau gemaltem Porzellan, die Stücke aus vier Jahrhunderten und über 50 Manufakturen, darunter Handbemaltes aus Meißen, zu sehen.

www.schlossmuseum-wolfshagen.com
www.reiseland-brandenburg.de
www.dieprignitz.de

Die Weite des Himmels

Das Oderbruch ist eine besondere Landschaft, deren herbe Schönheit manchmal einen zweiten Blick braucht. Der Himmel ist weit, die Wege fernab der asphaltierten Straßen säumen Weiden, die im Nebel wie Märchengestalten wirken. Touristen, die heute hierher kommen, suchen Natur und Ruhe und finden beides in großen Portionen. Gleich vier Radwege führen durch das Bruch: der Oder-Neiße-Radweg, der Europaradweg R1, der Oderbruch-Radweg und der Fontane-Radweg. Es gibt Pensionen am Wegesrand, kleine Cafés wie Himmel und Erde in der Dorfkirche Kienitz, deren östlicher Teil als Ruine erhalten blieb – ein Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Tafeln an den Wänden, die kein Dach mehr tragen, erzählen die Geschichte der Kirche. Im Ort am Ufer der Oder steht auch ein Panzer vom Typ T-34, der daran erinnert, dass die Region Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des 2. Weltkrieges war. Von hier aus zur Gedenkstätte auf den Seelower Höhen sind es nur wenige Kilometer. Aber auch das prächtig sanierte klassizistische Schloss Neuhardenberg, die Ausstellung zum Dokumentarfilmwerk der „Kinder von Golzow“ in Golzow, die Alte Malzfabrik in Wriezen sowie das Storchenmuseum in Altgaul führen in und durch die Geschichten des Oderbruchs. Die knapp 60 km lange und 12 bis 20 km breite Region zwischen den Städten Oderberg und Bad Freienwalde (Oder) im Nordwesten und Lebus im Südosten ist nicht nur einen zweiten Blick, sondern auch einen zweiten Besuch wert.

www.oderbruch-tourismus.de
www.seenland-oderspree.de

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