Vorstell Bar – Eine für alle

Fotos: Volksbar Berlin

Der Name Volksbar stammt nicht von der Volksbühne gegenüber, auch wenn das viele vermuten. Die Bar war zunächst drei Jahre lang in der Schönhauser Allee beheimatet, bevor sie 2011 weiter nach Mitte gegenüber dem großen Theater an die Rosa- Luxemburg-Straße 39/41 zog, stellt Till Wasilewski klar.

Zum Interview mit dem 38-jährigen Inhaber in der Lümmel-Couchecke, die heute auch sein mobiles Büro beherbergt, gibt es – es ist noch vormittags – statt Hochprozentigem einen Kaffee.

Die beliebtesten Cocktails?

Aktuell laufen Moscow Mule und Basil- Smash mit Gin und frischem Basilikum besonders gut. Aber auch Mojito geht immer, im Sommer auch Erdbeer- und Mango-Daiquiri.

Das günstigste und das teuerste Getränk?

Einen Tee bekommt man ab 2,20 Euro. Neben einer Flasche Champagner am kostspieligsten ist, wenn man nach der Menge geht, ein Single Malt. 4 cl Lagavulin kosten z. B. 16 Euro.

Fass- oder Flaschenbier?

Tschechisches Sankt Jaro und ungefiltertes Rollberg aus Neukölln werden gezapft, während Bayreuther, Berliner Pilsener, Erdinger, Köstritzer, Corona, Desperados und andere aus der Flasche kommen.

Was gibt es zu essen?

Flammkuchen, Pizza und Tapas, weil sich so etwas von mehreren Gästen gut teilen und zusammen essen lässt. Bei Veranstaltungen werden natürlich auch andere Dinge aufgefahren.

Die Einrichtung?

Gerade mal ein Jahr gab es an diesem Ort das 2010 eröffnete „Heinrich“ von Wolfgang Joops Tochter Florentine und ihrem blieben dem Restaurant aus. Till Wasilewski übernahm den komplett blau gestrichenen hallenartigen Raum und veränderte die kühle Atmosphäre, indem er unter anderem Kunstwerke aus dem früheren Volksbar-Standort in der Schönhauser integrierte. Im Gegensatz zur ersten Volksbar beschreibt er den aktuellen Standort als „erwachsen gewordene Bar. Kein Tacheles-Stil der 90er-Jahre wie früher“. Für Geburtstage und Firmenfeiern kann man die Volksbar auch exklusiv mieten, sitzend passen rund 160 Leute hinein. Im Sommer gibt es bis zu 50 Sitzplätze draußen auf dem Bürgersteig.

Veranstaltungen?

Feste wöchentliche Veranstaltungsreihen sind die „Tatort“-Vorführungen am Sonntag. Dazu kamen schon bis zu 180 Gäste, manche saßen sogar auf der Treppe. Der eine oder andere Schauspieler mischte sich dabei inkognito unters Volk, um mal hautnah Publikumsreaktionen während des Krimis mitzubekommen. Außerdem gibt’s viele Privat- und Firmenveranstaltungen sowie – das nahe gelegene Babylon-Kino lässt grüßen – Filmpartys und Empfänge.

Musik?

Normalerweise läuft Loungiges wie die Chill-Out-Musik von „Café del Mar“, manchmal auch Jazz und Elektronisches sowie Hiphop-Klassiker. Till hat schließlich früher mal Hiphop-Parties und Reggae- Konzerte mit teilweise über 1.000 Gästen veranstaltet und fünf Jahre lang das Ballhaus Mitte in der Ackerstraße geführt. Bei Partys in der Volksbar legt er gern selbst auf.

Kundschaft?

Eine sehr breite Mischung. Wenige sind unter 25 Jahre alt. Theater- und Kinobesucher, die nach Stück oder Film auf ein Getränk vorbeikommen. Es gab schon verstörte Volksbühnen-Besucher direkt neben Pulks von jungen Mitarbeitern der zahlreichen Internetfirmen, die in dieser Gegend arbeiten und hier am Freitagabend ihr Wochenende einläuten. Diese Neuberliner sprechen oft Englisch oder andere Sprachen, ebenso wie die Hostelund Hotelgäste von Soho House bis Park Inn. Auch Prominente aus der Politik wie Franz Müntefering oder Schauspieler wie Jan Josef Liefers und Lars Eidinger wurden schon gesichtet.

Betreiber?

Till Wasilewski ist ein waschechter Berliner, aufgewachsen ums Eck in der Linienstraße. Schon während seiner Kfz- Mechaniker-Lehre fing er an, in Bars zu arbeiten. Der 2-Meter-Mann war Türsteher in Clubs wie Icon, Subground und Maria am Ostbahnhof. Nach so viel Erfahrung in Gastronomie und Nachtleben wuchs der Wunsch nach einem eigenen Laden, den er sich 2008 mit der Volksbar erfüllte.

Zukunft?

Nichts Szeniges. Kein Touristenlokal. Eine Bar für alle, in der keiner Berührungsängste zu haben braucht. Eine Volksbar eben. Gemütlich, aber wandlungsfähig. Grundsätzlich läuft es sehr gut, doch jährliche Mieterhöhungen bereiten auch Unbehagen. Schließlich gilt es, heiße Sommer wie im Jahr 2018 zu überbrücken, wenn viele Gäste abends lieber im Biergarten oder am See statt in einer Bar trinken. Besondere Hochkonjunktur hat die Volksbar in der kühleren Jahreshälfte. Größeren Gruppen empfiehlt Till eine Reservierung.

Geöffnet?

Es geht jeden Tag um 17 Uhr los. Meistens ist bis 2 Uhr geöffnet. Die Party kann am Wochenende aber auch mal bis 5 oder 6 Uhr laufen.

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