Berliner Designer von morgen

Spieglein, Spieglein unterm Tisch: der „Upside Down“ ist ein Eyecatcher - Foto: Bastian Thürich; Koelnmesse

Der Beruf des Produktdesigners erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit. Auch die Einrichtungsmesse imm cologne widmet sich dem Nachwuchs und hat vor rund 16 Jahren den Pure Talents Contest ins Leben gerufen. In der Jury-Auswahl befanden sich in diesem Jahr gleich drei Teilnehmer, die in Berlin wohnen.

„SALT“ ist ein kleines Energiekraftwerk – Foto: Bastian Thürich; Koelnmesse

Der Pure Talents Contest ist einer der international renommiertesten Nachwuchs-Design-Wettbewerbe, der durch die Koelnmesse im Rahmen der imm cologne 2019 erneut veranstaltet wurde. Er richtet sich speziell an Designer/innen, die sich noch im Studium befinden oder ihre Ausbildung gerade erst beendet haben. Eine Jury aus sechs namhaften internationalen Designern und Experten sichtet die Entwürfe und erstellt eine Vorauswahl. Dieses Jahr gab es 926 Produkteinreichungen aus 69 Nationen. Daraus wurden 26 Produkte auserkoren. Diese Auswahl wurde während der Messe im Januar ausgestellt und damit erstmals einem breiten (Fach-)Publikum zugänglich gemacht. Für viele, die in den vergangenen Jahren in die Juryauswahl kamen, ist die Präsentation ihrer Entwürfe der Startschuss zu einer erfolgreichen Karriere gewesen. In diesem Jahr könnte es die Aufnahme in die Riege der Top-Designer für drei junge Teilnehmer aus Berlin gewesen sein. Die einzige weibliche Designerin aus der Hauptstadt heißt Felicia Schneeweis. Sie stellte ihren Beistelltisch „Upside Down“ vor, der auf den ersten Blick eher unauffällig ist, auf den zweiten wird er allerdings ein echter Hingucker – dann nämlich, wenn die zweifarbig lackierte Unterseite der oberen Tischplatte in der Spiegelfläche der unteren Ablage zum Vorschein kommt.

Der zweite Berliner Jungdesigner, der sich auf der imm cologne präsentierte, war Bastian Thürich. Er hatte die Idee zu einer besonderen Lampe, die nicht nur schön anzuschauen ist, sondern auch einen Beitrag für die Umwelt leistet. „SALT“ ist sich nämlich selbst genug: Nur durch Kupfer, Magnesium und Salz betrieben, verzichtet die Beistellleuchte von Bastian Thürich auf Seltenerdmetalle und gesundheitsschädliche Säuren, die in Altbatterien die Umwelt belasten. Die mobile Leuchte erzeugt ihre Energie selbst: Beim Umdrehen schließt die nach unten sinkende Salzlösung den Stromkreislauf.

Schulnote 1 für gesundes Sitzen mit „Cléo“ – Foto: Julian Ribler; Koelnmesse

Der Dritte im Bunde war der Berliner Julian Ribler mit „Cléo“. Das Produkt mit dem schön klingenden Namen bekam eine Eins für dynamisches Sitzen. „Cléo“ besteht aus einem Tisch und einem Stuhl und ist ein neuer Typ Schulmöbel für alternative Lernräume. Mit einer fantasievollen, spielerisch-dynamischen Formgebung stellt dieses neuartige Möbelstück die traditionelle Typologie der Schulmöbel infrage, die Kinder in der Regel in eine aufrechte und statische Position zwingen.

Pure Talents Contest 2019 war noch nie so international wie in diesem Jahr und konnte so viele innovative Produkteinreichungen und Nachhaltigkeitskonzepte präsentieren. Wo bitte findet man Fliesen aus Papier, Tischplatten aus Abfallholz und Leuchten mit ungiftigen Salzbatterien? Wohl nur auf der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne – gleich neben den neuesten Stühlen, den originellsten Stauraummöbeln, Falten werfenden Lounge-Chairs und mittig arrangierten Küchenmodulen. Die jungen Designer machten sich Gedanken über Nachhaltigkeit, Interaktivität und generationenübergreifendes Design für junge wie für ältere Menschen – das ist das positive Resümee der 16. Ausgabe des Pure Talents Contest.

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