Klinik für Herzenssachen

© Dietmar Stielau

Deutsches Herzzentrum Berlin mit exzellentem Ruf

Das Herz des Menschen ist ohne Zweifel ein Wunderwerk der Natur. Im – Laufe seines Lebens schlägt es etwa drei Milliarden Mal. „Im Herzen eines Menschen ruht der Anfang und das Ende aller Dinge“, erkannte Tolstoi, und oft die Entscheidung über Leben und Tod. Laut einem aktuellen Gesundheits-Monitoring zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den führenden Todesursachen in Deutschland und verursachen annähernd die Hälfte aller Sterbefälle. In der Summe hat die Sterblichkeit aufgrund von Herzerkrankungen in Deutschland abgenommen, lautet das positive Fazit des Deutschen Herzberichts, der im Januar dieses Jahres in Berlin vorgestellt wurde. Immer weniger Menschen sterben aufgrund eines akuten Herzinfarkts, einer ischämischen Herzkrankheit oder koronarer Herzkrankheiten."

Ein Zentrum für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Behandlungen ist traditionell Berlin mit seinen großen Forschungs- und Behandlungseinrichtungen. Sie werden flankiert von kleineren Einrichtungen wie dem Helios Klinikum Emil von Behring (www.helioskliniken.de/klinik/berlin-zehlendorf ), wo eine neue Herzdruckkammer zur Verfügung steht, oder dem Medical Park Humboldtmühle (www.medicalpark.de/humboldtmuehle) mit einer eigenen Kardio-Abteilung.

Schonende Herzchirurgie

Prof. Dr. med. Volkmar Falk – Foto: DHZB

Das Deutsche Herzzentrum Berlin am Augustenburger Platz in Berlin-Wedding gehört zu den bekanntesten Herzkliniken in Europa (www.dhzb.de). Was begründet diesen herausragenden Ruf? Dazu der Ärztliche Direktor, Professor Dr. med. Volkmar Falk: „Im Jahr 1986 wurde das Deutsche Herzzentrum Berlin als überregionale Spezialklinik mit der bestmöglichen Versorgung auch für schwerst herzkranke Patienten gegründet. Und diesen Auftrag hat die Klinik  seitdem immer erfüllt – durch den Einsatz der modernsten verfügbaren Technik und innovative Behandlungsverfahren, mit einem hochqualifizierten Personal und durch intensive und kontinuierliche Forschungsarbeit.“ Außerdem sei für den medizinischen Erfolg entscheidend, dass die Abteilungen für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Kardiologie, Kinderkardiologie, Kinderherzchirurgie und Anästhesie fachübergreifend eng zusammenarbeiten. So könne die optimale Behandlung aller Herz-Kreislauferkrankungen bei Patienten jeder Altersgruppe garantiert werden. Zu den Schwerpunkten des Deutschen Herzzentrums Berlin gehört die minimalinvasive Herzchirurgie. „Mit diesem schonenden endoskopischen ‚Schlüssellochverfahren‘ können wir heute die Mehrzahl der Klappenoperationen, insbesondere an der Mitralklappe, durchführen“, erläutert Professor Falk. „Dieses erfolgreiche Programm werden wir auch auf die operative Therapie anderer Herzerkrankungen ausweiten.“

Normales Leben mit künstlichem Herz

Patienten mit unheilbaren Herzerkrankungen, bei denen das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körperkreislauf hinreichend aufrechtzuerhalten, können mechanische Kreislaufpumpen – meist vereinfacht als Kunstherzen bezeichnet – eingesetzt werden. „Unser Kunstherzprogramm ist seit vielen Jahren das größte weltweit und wir haben in diesem Bereich bereits zahlreiche international gültige Behandlungsstandards entwickelt“, sagt Prof. Falk. „Die meisten Patienten mit einem mechanischen Kreislaufunterstützungssystem können heute bereits ein weitgehend normales Leben führen, ihrem Beruf nachgehen und sogar Sport treiben. Dennoch gibt es immer wieder Komplikationen, die wir langfristig natürlich beheben wollen. Und daran forschen wir intensiv, unter anderem gemeinsam mit der Hochschulmedizin Zürich mit dem von mir geführten ,Zurich Heart‘-Projekt.“

Foto: www.pixabay.com Foto: Bernd Kasper / pixelio.de

Spenderherz immer noch bessere Option

Nach wie vor sehen die Ärzte in der Herzverpflanzung eine mögliche Behandlung von nicht heilbaren Herzkrankheiten. Professor Falk: „Wegen der gerade erwähnten Komplikationen beim Einsatz mechanischer Kreislaufunterstützungssysteme gilt die Transplantation für unheilbar herzkranke Menschen als bessere Therapieoption. Die Wartezeit für ein Spenderherz hängt unter anderem von Blutgruppe, Größe und Geschlecht ab, einen aussagekräftigen Durchschnittswert kann man deshalb nicht nennen. Aber auch als hoch dringlich gelistete Patienten warten oft mehrere Monate. Kunstherzen, die anfangs als Überbrückung bis zur Transplantation galten, werden deshalb zunehmend zu einer langfristigen Alternative für unsere Patienten.“ So lautet ein Fazit von Professor Falk: „Wir können dem Organmangel – außer durch Aufklärung zum Thema Transplantationsmedizin – leider nicht abhelfen. Deshalb müssen wir im Bereich der Kunstherz-Systeme weiterforschen – und genau das tun wir.“ Als ein Markenzeichen des Herzzentrums nennt Prof. Falk die Kooperation mit der Charité, denn fachübergreifende klinische Arbeit und Forschung seien heute in der Medizin wichtiger denn je. Es sei vielfach belegt, dass große, spezialisierte Zentren durch hohe Fallzahlen und die damit verbundene Erfahrung und Expertise eine bessere Behandlung der Patienten ermöglichten, so Falk.

Immer mehr schonende Herzmedizin

Foto: www.pixabay.com Foto: Bernd Kasper / pixelio.de

Den gegenwärtigen Stand der Herzchirurgie in Deutschland sieht Professor Falk durchaus positiv. „Viele Herz- und Gefäßerkrankungen können wir heute bereits minimalinvasiv therapieren, ohne dass der Brustkorb komplett geöffnet und der Patient an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden muss. Erkrankte Aortenklappen können wir heute mit dem sogenannten TAVI-Verfahren bereits mit einem Herzkatheter-Eingriff ersetzen, insbesondere bei betagten Patienten, für die eine offene Herzoperation ein erhebliches Risiko darstellt. Wir nehmen diese Eingriffe am DHZB immer im Team mit unseren kardiologischen Kollegen vor. Und treiben auch gemeinsam die Entwicklung einer immer schonenderen Herzmedizin voran.“

Symptom akuter Brustschmerz

Ungeachtet aller erfolgreicher Forschung und Behandlung rund um das Herz ist für Professor Falk die Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen ein unerlässliches Thema für die Herz-Chirurgen. Zum Selbstverständnis des Arztberufs gehöre es, so Professor Falk, Krankheiten durch Aufklärung und Beratung gar nicht erst entstehen zu lassen. Das gelte für alle Disziplinen der Medizin, also auch für Herzchirurgen. Gibt es denn, so lautet für manchen medizinischen Laien die entscheidende Frage, eindeutige Symptome für den Herzinfarkt und wie verhält sich der Patient richtig? Professor Falk: „Das klassische Symptom ist natürlich der akute Brustschmerz. Aber auch ein Herzinfarkt kann sich verschieden äußern, insbesondere sind die Symptome bei Männern und Frauen unterschiedlich. Deshalb gilt hier wie bei anderen akuten Beschwerden auch: Rufen Sie einen Arzt – besser einmal zu viel als einmal zu wenig!“

Zahlen Deutsches Herzzentrum Berlin (DHZB)

• Das DHZB verfügt über rund 200 Betten, davon 71 Intensivpflegebetten.

• Das DHZB hat über 1.300 (1.360) Mitarbeiter.

• Das DHZB verfügt über acht Operationssäle, zwei davon moderne Hybrid- OPs mit modernen Bildgebungsverfahren zur gleichzeitigen Durchführung von Herzkatheterbehandlungen und chirurgischen Eingriffen.

• Über 108.000 Operationen am Herzen und den herznahen Gefäßen wurden am DHZB bereits durchgeführt.

• Über 2.800 Implantationen von (langfristigen) Kreislaufunterstützungssystemen wurden bereits vorgenommen.

• Rund 2.400 Herzen und/oder Lungen wurden transplantiert.

• Im Jahr 2016 wurden am DHZB über 3.600 Herzoperationen durchgeführt.

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