Smoothies in aller Munde

von Rose Marie Donhauser

Foto: © Südwest Verlag/Maike Jessen

Fit und vital in den Tag mit der Kraft der Natur starten. Bunt und grün – lecker püriert – ist der Smoothie zum Kultgetränk avanciert.

Voll im Trend

Immer mehr Restaurants bieten frisch pürierte Getränke an, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind voll im Trend, denn Gesundheit ist gefragt. Trendige Cafés, vegane Restaurants und hippe Bars haben Virgin Cocktails mit Fruchtpürees und grüne Detox-Smoothies im Repertoire. Der englische Begriff Smoothie heißt so viel wie samtigweich, cremig, fein und gleichmäßig. Die Ursprünge von diesem fluffigen Getränk, dessen Konsistenz dickflüssig vom Löffel läuft, liegen in den Anfängen der amerikanischen Saftbars in den 1920er-Jahren. In Europa begann der Verkauf von frisch zubereiteten cremigen Ganzfruchtgetränken Anfang der 90er-Jahre zuerst in Saftbars und avancierte schnell zu einem Verkaufshit, auch im Supermarkt. Da es aber im deutschen Lebensmittelrecht keine exakte  Definition gibt, welche Getränke als Smoothie bezeichnet werden dürfen, hat die Industrie bei der Vermarktung von Fertig-Smoothies ein leichtes Spiel: Fruchtmark oder Fruchtpüree, das mit Fruchtsäften, auch Joghurt oder Milch, zu einer cremigen Konsistenz vermischt wird, ist reichlich im Verkauf. Und dass mindestens 50 Prozent des Inhalts aus Fruchtpüree oder -stückchen bestehen sollten, ist lediglich ein unverbindlicher Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Zudem oftmals überzuckert und mit Konservierungsstoffen versehen, hier wird der Verbraucher gefordert, Gutes von Schlechtem zu unterscheiden.

Einfach selber mixen? – Nur Frucht oder grüner Smoothie?

„Echte“ Smoothie-Fans gehen entweder zur Saftbar ihres Vertrauens oder schaffen sich selbst einen stylischen Mixer an. Der sollte allerdings über eine hohe Leistung mit mindestens 30.000 Umdrehungen/Minute verfügen, um nicht nur leichtes Spiel mit dem Pürieren von Obst zu haben, sondern auch für schwerere Arbeit wie für grüne Smoothies geeignet zu sein. Ein grüner Smoothie besteht aus 3 Grundbestandteilen: 1 Teil grüne Pflanzen, 1 Teil Früchte und 1 Teil Wasser. Die grünen Blätter werden bis zu den Cellulosewänden zerkleinert und püriert, so dass die einzelnen Pflanzenzellen aufgebrochen werden. Da die wichtigen Pflanzenbestandteile innerhalb dieser Zellen liegen, werden sie erst nach dem Aufbrechen der Zellwände vom Körper vollständig aufgenommen. Bei der  Verwendung eines Mixers mit weniger Umdrehungen können hingegen Probleme auftauchen: Das Pürieren dauert so lange, dass der Mixer warm oder sogar heiß läuft und sich die Zutaten erwärmen, was einen Nährstoffverlust zur Folge hat, außerdem werden die Zutaten nicht ausreichend zerkleinert. Hier ist also (technische) Qualität gefragt.

Eine Vitamien-Dosis Smoothies bitte

Foto: gänseblümchen/pixelio.de
Foto: gänseblümchen/pixelio.de

Zum Wachwerden, zum Energietanken, zum Durchhalten und vor allem zum Auffüllen der Vitamindepots wirkt ein Smoothie wie eine Vitaminspritze. Dabei ist nicht ein einzelnes Vitamin hervorzuheben, sondern die gesamte Zusammensetzung von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen ist wichtig. Alles möglichst mit Schale und auch Kernen verwerten. Birnen, Äpfel und Melonen mit Kernen, Tomaten, Aprikosen und Pfirsiche mit Haut, denn unter den Schalen befinden sich die wertvollsten Nährstoffe, die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe. Durch das heftige Aufmixen und Pürieren sind die Schalen auch im Smoothie nicht mehr erkennbar.

Schönheit zum Trinken

Die Vitamine A, B, C und E gelten als die Schönheitsvitamine. Für die Haut ist das Vitamin A zuständig, das den Prozess der Zellerneuerung verbessert. Zudem schützt es auf der Hautoberschicht vor Umwelteinflüssen, in Form einer Hornsubstanz. Vitamin A hält die Schleimhäute feucht und gesund, es glättet die Haut und beugt Austrocknung und Abschuppung vor. Vitamin A ist in Avocado, Aprikosen, grünem Blattgemüse, Papaya, Paprika, Tomate, Mango, Melone, Kürbis und vor allem in Möhren enthalten. Vitamin B gilt als das Nerven-Vitamin. Es verhilft zur Entspannung, tiefem Schlaf und straffer Haut. Es ist unentbehrlich für den Stoffwechsel, wirkt tief in die Hautschichten und bindet dort die Feuchtigkeit. Vitamin B 6 ist ausreichend in allen grünen Pflanzen vorhanden. Hier sind besonders „grüne Smoothies“ zu empfehlen. Vitamin C stimuliert das Immunsystem und wirkt zudem positiv auf das Haarwachstum. Es sorgt für Elastizität und Wasserspeicherung in der Haut, was im Ergebnis ein straffes Hautbild bewirkt. Reichlich VitaminC ist in Paprikaschoten, Zitrusfrüchten, Salat, Weintrauben und grünem Gemüse enthalten. Vitamin E gilt als Schutzvitamin, es schützt unsere Zellen vor dem Angriff der „freien Radikale“, denn diese zerstören Elastikfasern und Kollagen, was sich z. B. in Faltenbildung und Zellalterung zeigt. Vitamin E hilft dabei, das Feuchthaltevermögen der Haut zu erhöhen. Vor allem in kalt gepressten Ölen, wie z. B. in Sonnenblumen- oder Weizenkeimöl, kommt das Antioxidans Vitamin E vor. Zudem sind Nüsse, Sonnenblumenkerne, schwarze Johannisbeeren und Mangos wertvolle Lieferanten.

Detox ist „in“

Immer mehr Menschen gönnen sich Tage zum „Entgiften“. Die Industrie wirbt mit Superfood von Weizengras bis Goji und Acai-Beeren, dabei ist es so einfach, pure biologische Pflanzenkost in den Mixer zu stecken. Grüne Smoothies verhelfen dem „übersäuerten Organismus“ wieder zu seinem alten Gleichgewicht, dem ausgewogenen Säuren-Basen-Haushalt, das durch sogenannte Säurebildner wie zu viel Fleisch und generell tierisches Eiweiß, aber auch ein Übermaß an Kaffee oder Zucker aus dem Lot geraten ist. Grüner Shake statt Steak heißt der Trend, bei dem Vitamine, Ballaststoffe, Proteine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und Antioxidantien schnell und unkompliziert aufgenommen werden. Wer sich mit Detox-Smoothies beliefern lassen möchte, findet einige Berliner Adressen im Internet, um sich bequem alles nach Hause bringen zu lassen.

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